Der Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung der Weichteile der Hand. Die Haut der Handinnenfläche und der Fußsohle (Leistenhaut) unterscheidet sich wesentlich von der übrigen Haut des Körpers (Felderhaut).
Diese Leistenhaut ist stabiler und mit mehr bindegewebigen Strukturen durchsetzt als die Felderhaut.
Dies ist notwendig, damit die Haut einen stabilen Griff der Hand gewährleistet.
Allerdings kann in dieser Leistenhaut eine pathologische Veränderung, der Morbus Dupuytren, entstehen.
Dabei kommt es zur knotigen Verdickung in der Hohlhand und der Finger. Diese bindegewebigen Stränge können in die Bänder der Finger einstrahlen und die Finger in eine Beugestellung ziehen.
Klein- und Ringfinger sind am häufigsten betroffen. Prinzipiell können aber alle Finger betroffen sein.
Oft sind die Patienten das erste Mal merklich eingeschränkt, wenn sie Ihre Hand nicht mehr in die Hosentasche stecken oder einen Handschuh anziehen können, da die befallenen Finger nicht mehr vollständig gestreckt werden können und hängen bleiben.
Der Morbus Dupuytren ist typischerweise schmerzlos. Durch Zug auf die benachbarten Strukturen kann es aber dann zu Ringbandstenosen als einer Verengung des Gleitkanals kommen, der dann auch schmerzhaft ist.
Männer sind häufiger betroffen. Es besteht eine hohe genetische Assoziation. Das heißt der Morbus Dupuytren wird oft vererbt.

Hier ist der Kleinfinger isoliert von einem Dupuytren Strang betroffen. Der Finger kann nicht mehr gestreckt werden und schränkt den Alltag des Patienten deutlich ein
Die Diagnose kann klinisch durch den Handchirurgen gestellt werden.
Eine Möglichkeit die Beugekontraktur der Finger zu verbessern, ist die sogenannte perkutane Nadelfasziotomie (PNF). Dabei wird die Hand lokal betäubt. Mit Hilfe einer Nadel wird der Strang durch die Haut durchtrennt. Es ist also kein Hautschnitt notwendig und auch die Heilungszeit ist verkürzt.
Da der Strang zwar durchtrennt ist, aber das betroffene Gewebe immer noch in der Hand vorhanden ist, kann es häufiger zu Rezidiven, also dem Wiederauftreten der Erkrankung, im Vergleich zu anderen OP-Techniken kommen.
Bei ausgeprägteren Befunden kann die partielle Aponeurektomie erfolgen. Hierbei wird das betroffene Gewebe operativ entfernt und der Finger gestreckt.
Wenn der Finger bereits lange in einer Beugestellung fixiert war, ist oft auch bereits die beugeseitige Haut geschrumpft. Beim Strecken des Fingers fehlt dann diese Haut.
Durch spezielle Schnittmuster (Z-Plastiken) ist es aber möglich Haut aus einem benachbarten Areal zu gewinnen und den Finger auch im gestreckten Zustand wieder zu verschließen.
Trotzdem ist es sinnvoll nicht zu lange mit einer Operation zu warten, bevor die Finger in einer ausgeprägten Beugestellung fixiert sind.
Eine Schienenruhigstellung ist nach der Operation meist nicht notwendig und es reicht ein dickerer Verband für 2 Wochen. Manchmal dauert die Heilung etwas länger, nach wenigen Wochen ist diese aber abgeschlossen.
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